Wer weiß, was außer den klassischen Konsumartikeln noch so alles auf Amazon gekauft wird.

Mit dabei sind sicherlich auch Sexartikel und Spielzeuge aller Art, was in diese Richtung geht. Der bereits im März 2017 veröffentliche Beitrag des Stern hat mich dazu gebracht, das Thema von Sexspielzeugen auf Amazon aus “technischer E-Commerce Sicht” etwas genauer zu überprüfen.

Hierbei meine ich natürlich nicht die “Anwendung” entsprechender Produkte – unabhängig davon, dass ich nicht wirklich behaupten kann, dass ich mit derlei Artikeln konkrete Bezugspunkte hätte. Interessiert hat mich hierbei vielmehr der Aspekt, welche konkreten Auswirkungen der Besuch im Internet auf intime und persönliche Bereiche hat und wie diese Interaktionen der Benutzer im Internet weiterverarbeitet werden.

Denn das Thema betrifft bei Amazon vielmehr eine gewisse Nichtberücksichtigung entsprechend schlüpfriger Artikel bei der Aussteuerung von Re-Marketing-Kampagnen auf anderen Webseiten oder auch das Ausblenden dieser Artikel in den eigenen Amazon-Kontobereichen, wie zum Beispiel den zuletzt angesehenen Artikeln. Denn wer kennt das nicht? Hat man einmal verschiedene Produkte auf Amazon angeschaut, verfolgen diese einen über Tage und Wochen auch auf anderen Webseiten. Da kann es natürlich schon einmal unangenehm werden, wenn die Gummipuppe am Arbeitsplatz auf entsprechenden Webseiten auftaucht, während der Kollege zu einem schaut.

Natürlich sind Sexspielzeuge für jeden Einzelnen ein ganz persönliches intimes Thema, bei dem man ungern andere über die Schulter schauen lassen möchte. Denn wer möchte,  dass entsprechende Artikel auf anderen Webseiten angezeigt werden, wenn man diese kurz zuvor auf Amazon gesucht und betrachtet hatte?

Sexartikel werden (teilweise) ausgeblendet

Die Vorbereitungen zu diesem Blog-Beitrag sind bereits einige Monate her. Zu Beginn der Recherche wurden entsprechend angesehene Artikel nicht direkt auf Amazon angezeigt. Dies hat sich offenbar mittlerweile geändert. Insbesondere bei der Nutzung eines Amazon Businesskontos erscheinen hier mittlerweile auch Sexartikel in den zuletzt angesehenen Artikeln sehr deutlich auf der Startseite. Unabhängig davon, dass sich natürlich die Frage stellt, was entsprechende Produkte in Amazon Business zu suchen haben. Natürlich werden auch hier alle Artikel des Sortiments von Amazon angezeigt.

Beim Login über ein klassisches Amazonkonto werden diese ebenfalls (zumindest in meiner Ansicht) recht deutlich angezeigt und bleiben auch in der Session des aktiven Amazon-Kontos bestehen. Meldet man sich von dem Konto ab und mit diesen wieder an, erscheinen diese nicht mehr in den zuletzt besuchten Seiten.

Interessant ist hierbei, dass diese dann weiterhin nicht mehr über weitere Werbemittel auf anderen Webseiten ausgesteuert werden.

Früher war das anders

Als ich mich diesem Thema für sensible Produkt-Bereiche beschäftigt hatte, wurde der Besuch entsprechender Produkte nicht so deutlich dargestellt, wie es nun der Fall ist. Natürlich schraubt Amazon immer wieder an seiner Seite, verändert das Template und die weiteren Prozesse. Dies führt nun offenbar dazu, dass entsprechend intime Produkte nun offenbar doch relativ deutlich angezeigt werden. Vielleicht hatten sich hier mittlerweile tatsächlich entsprechende Veränderungen ergeben, welche nun dazu führen, dass die Situation anders dargestellt wird. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass dieses sensible Thema mit der nunmehr deutlicheren Anzeige so gewollt ist.

Vielleicht wurde die Beachtung der entsprechenden Privatsphäre bei den zahlreichen Anpassungen auf Amazon einfach vergessen.

Also Obacht die Herren – und ggf. auch Damen – wenn ihr das nächste Mal mit eurem Liebsten / eurer Liebsten am PC zu Gange seid, um irgendwelche anderen Dinge (oder gerade diese) auf Amazon zu bestellen.

Eine kleine Geschichte am Rande

Vor einiger Zeit erreichte mich eine Anfrage einer “Filmproduktionsfirma” aus Berlin, welche gerne den bisherigen Online-Shop neu entwickeln lassen wollte. In diesem Shop sollten Requisiten für die enge Fangemeinde verkauft werden. Darüber hinaus sollte es auch einen “über 18” Bereich geben, um entsprechende “klassische Filme” aus den 70ern auf VHS Kassetten für Erwachsene zu vertreiben.

Letzten Endes kam es hier zwar zu keinem weiteren konkreten Kontakt, es war aber durchaus interessant dadurch mitzubekommen, welche Auswirkungen das Thema E-Commerce auch auf entsprechend besondere Branchen hat.