Offenbar hatte ich kürzlich den gleichen Satz im Kopf und machte mir Gedanken über die zukünftige Entwicklung von SEO und SEM, wie Martin Mißfeldt im Tagseoblog mit Quo vadis SEO/SEM und stolperte zudem dann noch über Klaus Kratz-igen aber deutlichen Blog Go f*ck SEO in dem besonders auch die zugehörigen Kommentare lesenswert sind.

Alles richtig, alles gut. Nur eines fehlte mir, auch wenn es sich zwischen den Zeilen leicht andeutete. Das heutige SEO und SEM wird nur noch für Google (& Co. – wenn überhaupt) und deren Algorithmen gemacht, um sich als SEO-Optimierer selbst und der Suchmaschine zu gefallen.

Immer wieder stolpere ich über dieses „SEO“, SEM-Landingspages ohne Mehrwert und mich verfolgende Re-Targetings. Dabei bieten die Leistungen dieser digitalen Geißeln – zumindest für mich oft – keinen wirklich reellen Mehrwert aus den daraus resultierenden Ergebnissen.

Vielmehr habe ich den Eindruck, dass Unternehmen oft besonders im KMU-Bereich in SEO und SEM investieren – oder dazu beschwatzt werden – ohne dass das Unternehmen durchgängig den wirtschaftlichen Erfolg nachmisst. Das ist Mist!

Statt über einen Dienstleister, einen guten Freund oder den Allroundsystemadministrator Monat für Monat hunderte von Euro für Google Adsense & Co. auszugeben, würde ich mir manchmal wünschen erstmal vor der eigenen Haustüre zu kehren und sich konstruktive und sinnvolle Gedanken über die Struktur und Usability der eigenen Webseite zu machen.

Keine Frage, ich möchte nicht bezweifeln, dass SEO/SEM Kampagnen zum Teil auch ohne durchgängige Kontrolle – teils auch rein aus dem Bauchgefühl – positive Effekte haben können.

Dennoch möchte ich eher dafür plädieren die eigene Onlinepräsenz nicht mehr – oder nicht nur – in Richtung von Algorithmen zu optimieren sondern in Richtung des Kunden in Fleisch und Blut.

Auch und gerade in dem nahenden Umbruch der Generationen, zunehmender Digital Natives und einem umfangreichen Wissen über das Web und dessen Eigenheiten werden entsprechende Werbemaßnahmen mit geringem Mehrwert durch den mündigen Nutzer zunehmend auf der Strecke bleiben.

Bereits heute haben viele von uns ausgeprägte unterbewusste Skills, Bannerwerbungen automatisch auszublenden (Banner Blindness) und nur noch für uns relevante Informationen zu betrachten oder gezielt nach diesen zu suchen. Je mehr versucht wird uns mit künstlichen digitalen Werbestrategien zu erreichen, desto mehr konditionieren wir uns dagegen.

SEO/SEM Maßnahmen sind in jeder Branche ein gern gesehenes Werkzeug, Umsätze zu steigern oder zu skalieren. Doch wehe dem, der die Menschen hinter den Moneten vergisst. Die Textilbranche macht es uns seit Jahren vor und nicht erst seit 2012 befinden sich zahlreiche große Player aus dem Versandhandel im Internet auf dem absteigenden Ast. Da helfen auch entsprechende digitalen Kampagnen nichts.