Der Shopware Community Day ist noch am Laufen. Ich sitze diesmal im Büro und verfolge das eCommerce Klassentreffen über die Twitter-Timeline – welche leider etwas ausgedünnt zu sein schein. Dennoch gibt t3n einen ersten Einblick in die neuen Funktionen der Shopware 5.2 welche im Juni veröffentlicht werden soll.

Pickware Vollintegration in Shopware

Pickware habe ich mir bereits vergangenes Jahr auf dem Shopware Community Day angeschaut. Es hat mich auf Anhieb überzeugt, auch wenn ich historisch gesehen selbst aus dem klassischen ERP Bereich komme. Zu Pickware habe ich letztes Jahr bereits einen Beitrag geschrieben.

Bei der umfangreichen und in den Prozessen sehr gut integrierten Lösung war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis Pickware mit Shopware Hand in Hand geht. So stellt die Kombination beider Lösungen auch für StartUps und Kleinunternehmer eine hervorragende Alternative zu der Anbindung von klassischen ERP-Systemen dar und baut den Vorsprung zu anderen Shopsystemen weiter massiv aus.

Pickware wird ab der Shopware 5.2 Professional Edition integriert sein. Ein Grund mehr in die Lizenz zu investieren und sich endlich von der Community Edition loszusagen.

Shopware 5.2 Subshops für lau

Die Trennung von Produktbereichen mit gemeinsamer Datenbasis stellt im eCommerce-Handel immer wieder einen Kompromiss dar. Miteinander nicht direkt in Verbindung stehende Warensortimente (z.B. Heizöfen und Schmuck – hab ich schon gesehen) sind in einer gemeinsamen Plattform nicht wirklich sinnvoll zu kombinieren.

Doch wo das Hauptsortiment bereits etabliert und voll in einer eCommerce-Lösung integriert ist, scheut man sich bisher bei dem Aufbau neuer Sortimente in einen vollwertigen zusätzlichen Shop zu investieren und parallel aufzubauen.

Doch jetzt gibt es die Subshops, welche bisher als Premium Plugin mit 495,- Euro dennoch verhältnismässig erschwinglich waren, kostenlos.

Und zwar so viele wie macht möchte oder braucht. Party on!

Subshop als Staging Ersatz?

Ein Schelm wer böses dabei denkt?! Denn seit der Shopware 4 gibt es kein richtiges Staging-System mehr. So könnte es ggf. sinnvoll sein einen Subshop als Test und Staging System mit gleicher Datenbasis zu verwenden. Vielleicht war dies sogar ein weiterführender Gedanke von Shopware und hat nun zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.

Refactoring und Staub wischen

Natürlich putzt Shopware auch dieses Jahr wieder den Code durch. Konsequent und verlässlich bleibt das System damit schlank und stabil, auch wenn die Performance noch weit von dem Anschein einer Staubschicht entfernt ist. Weiter so. Nur so kann es auch dauerhaft in der Zukunft mit dem weiterhin deutlichen Vorsprung klappen.

Eine weitere Erleichterung für die Entwickler ist, dass die Premium Plugins nicht mehr verschlüsselt sind. Das spart gerade in der Anpassung und Weiterentwicklung erheblich an Aufwand und lässt die Tastenklopfer schneller zum Ziel kommen.

WYSIWYG Einkaufswelten im Backend

Kein Krampf aber wahrlich nicht Shopware-typisch war bisher die Erstellung der Einkaufswelten. Bereits in der Grundinstallation ist das Grid nicht wirklich verwendbar. Hier bin ich besonders gespannt, ob der WYSIWYG Look nur aufgehübscht ist, oder ob die platzierten Elemente auch wirklich passen.

Richtig gut ist aber die Mehrsprachigkeit welche nun auch in den Einkaufswelten möglich ist. Dadurch entfällt in mehrsprachigen Projekte eine umfangreiche “Klickorgie”, bis alle Sprachvarianten erstellt sind.

Neue Attributverwaltung

Nicht immer war es bisher möglich wirklich alle vorhandenen Attribute auch da zu nutzen, wo man sie braucht. Insofern ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden sehen, was dies in der Praxis bereithält.

Adressbuch im Checkout

Was bei Amazon bereits seit langem Standard ist, hält nun endlich auch bei Shopware Einzug. Mehrere Adressen können im Kundenkonto gepflegt und im Bestellprozess ausgewählt werden. Gerade im B2B Handel ist dies eine wichtige Anforderung, aber auch für den Konsumkunden der gerne mal an eine DHL Packstation oder zu Verwandten liefern lässt eine sinnvolle Ergänzung, auch wenn die Funktion noch so profan ist.

Ausblick auf Shopware 5.3

Ein neuer Warenkorb? Na gut. Mal sehen was sich da noch rausholen lässt. Aber ein Split-Warenkorb?! Nunja, sicher wird es wohl den ein oder anderen Use Case geben. Lieber wäre mir, dass der Händler auch alle Artikel verfügbar hat und diese nicht in lieferbare und nicht-lieferbare Artikel aufgetrennt werden müssen.

Fazit zu Shopware 5.2

Auch dieses Jahr wurde das eCommerce-Rad nicht neu erfunden. Warum auch? Denn die Details sind entscheidend. Gerade die vielen kleinen Verbesserungen und vermeintlich einfachen Optimierungen erfordern doch eine ganze Menge Arbeit bzw. erleichtern diese in der Zukunft.

Gerade die kostenfreien Subshops sind eine Strategie die aufgehen kann – wenn sie denn genutzt werden. Entscheidend ist nämlich immer noch, was der Shopbetreiber selbst aus den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten macht, um die Zukunft des digitalen Handel für sich erfolgreich und gewinnbringend einzusetzen.

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es (natürlich) nicht – aber Shopware ist weiterhin sehr nahe dran.