Es war einmal 2008. Ihr Unternehmen hat als eines der Ersten in Ihrer Branche erkannt, dass das Internet große Möglichkeiten bietet. Eine neue Webseite, womöglich sogar ein Online-Shop nach dem neuesten Stand der Technik wurde umgesetzt. Sie haben auch den Aufwand nicht gescheut neben jedem Artikel ein Datenblatt als PDF zum Download bereitzustellen.

Heute schreiben wir das Jahr 2015. Selbstverständlich haben Sie immer mal wieder quartalsweise Informationen auf der Startseite geändert und auch Social Media Links in den Footer integriert. Das letzte Update Ihres Webserver liegt zwar schon ein Jahr zurück, aber bisher gab es noch keine Probleme mit Sicherheitslücken.

Soweit so gut. Doch die Konkurrenz schläft nicht und hat vergangene Woche einen neuen Internetauftritt online gestellt, der in Ihrer Branche neue Maßstäbe setzt. Na gut, ohnehin hatten Sie seit vielen Monaten vor das Thema Internet und die eigene Webpräsenz mal wieder anzugehen. Nun muss es also doch mal wieder sein, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

(Re)investieren Sie dauerhaft in Ihre Online-Präsenz!

Viele Unternehmen machen den Fehler und investieren zu wenig und nur sporadisch in die eigene Internetpräsenz. Heutige Entwicklungen im eCommerce bedingen ein konsequentes Investieren, um den Status Quo zu erhalten und nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Dies erkennen mittlerweile immer mehr Unternehmen und beginnen wieder langsam damit, sich der eigenen Zukunft im eCommerce anzunehmen.

Doch der Aufwand ist erheblich. Nahezu alle Variablen und Anforderungen haben sich nach dem aktuellen Stand der Technik so stark geändert, dass die aktuelle veraltete Webseite so eigentlich nicht mehr zu gebrauchen ist. Und bei genauerem Hinsehen finden sich zahlreiche Seiten die nicht mehr erreichbar sind, einer dringenden Überarbeitung bedürfen oder der ehemalige Mitarbeiter von vorletztem Jahr lächelt weiterhin in der Rubrik „Über uns“.

Falls Ihnen dies so oder so ähnlich bekannt vorkommt – seien Sie versichert: Sie sind nicht allein!

Wenn man 2015 im Internet genauer hinschaut, hat die technische Entwicklung und die stark gewachsene Verwendung von Smartphones und Tablets einen Großteil etablierter Webseiten und Online-Shops von kleinen und großen Unternehmen rasant überholt und erfordert selbst bei weltweit agierenden Konzernen eine große Aufarbeitung, um den Stand der Technik wieder aufzuholen.

Nun ist guter Rat und der Relaunch besonders teuer. Denn nur die wenigsten Unternehmen investieren dauerhaft und zuverlässig ein festes Budget in die Weiterentwicklung der Onlinepräsenz.

Klassische Handelsunternehmen die bisher per Telefon, Fax und Email Aufträge entgegen genommen haben, spüren diese Entwicklung am Deutlichsten. Denn immer häufiger fragen auch Kunden im B2C und B2B Business nach Bestell- und Informationsmöglichkeiten über das Internet. Wer nicht mitzieht verliert seine Kunden im schlimmsten Fall an den Wettbewerb.

10% (Re)Investition sollten mindestens drin sein

Um es von Anfang an nicht soweit kommen zu lassen, sollten Unternehmen die eigene Webpräsenz gerade heute und für die Zukunft mit einem festen Budget bedenken, damit ein Relaunch oder erforderliche Anpassungen nicht ganz so schwer für den Geldbeutel ausfallen. Wieviel Budget dafür erforderlich ist lässt sich pauschal natürlich nicht beantworten.

Bei einem Online-Shop mit angemessenen Umsatzzahlen und einem entsprechenden prozentualen Gewinn und Umsatz des gesamten Unternehmensergebnis sollten 10% Reinvestition das Minimum sein, um sich stetig zu verbessern und mit der Entwicklung im eCommerce und der Konkurrenz Schritt zu halten.

Sicher gibt es auch Unternehmen deren Geschäftsfeld es nicht unbedingt erfordert, dass ein dauerhaftes Budget in jedem Fall regelmäßig zu reinvestieren, wenn der Status Quo nunmal keiner Änderung bedarf. Dennoch sollte man auch hier Rückstellungen bilden, um zum richtigen Zeitpunkt nicht von den neuen Investitionen überrascht zu werden.

eCommerce Budget als feste Kostengröße

In jedem Unternehmen werden regelmäßige Investitionen, Personalkosten, Vertragskosten usw. in Jahresplanungen mit einbezogen. Der eigene Online-Shop oftmals nicht. Einmal erstellt fristet er leider immer noch stiefmütterlich sein Dasein als Anhängsel zum sonst etablierten Vertrieb und ist selten fest integrierter Bestandteil von Marketingstrategien. Der Mitarbeiter, welcher für den Online-Shop zuständig ist, muss im Mittelstand nicht selten um jede Ressource kämpfen.

Dies ist jedoch zu kurz gedacht. Ein Online-Shop ist nicht nur immer mehr das Aushängeschild nach draußen, sondern ermöglicht es auch Kosten zu sparen und Marketingmaßnahmen viel besser messen zu können als es zum Beispiel beim klassischen Produktkatalog der Fall ist. Gerade die Messbarkeit der Investitionskosten für einen Online-Shop und damit verbundenen Marketingmaßnahmen verglichen mit dem erzielten Umsatz und Gewinn sind im Vergleich zum klassischen Vertrieb deutlich besser auszuwerten.

Der Schwerpunkt sollte also nicht nur auf einem einmaligen Projekt liegen, sondern dauerhaft als Kennzahl in das Controlling einfließen. Dann lassen sich umsatzsteigernde Maßnahmen und das Budget für einen Online-Shop deutlich besser skalieren.

Die Zukunft des eCommerce beginnt „immer“

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um endlich in einen neuen Online-Shop zu investieren? Eigentlich immer.
Meine Rede: „Je früher man investiert, desto länger kann man davon profitieren.“

Es kommt für die zukünftige Entwicklung nicht darauf an wann man beginnt, sich mit eCommerce zu beschäftigen, sondern dass man es tut. Jedoch reicht es nicht aus nur den Online-Shop abgegrenzt zu sehen, sondern ganzheitlich mit allen damit verbundenen Prozessen auch innerhalb des Unternehmens zu betrachten. Gerade im B2B-Bereich gibt es immer noch viele Vorbehalte durch etablierte Strukturen mit Handelsvertretern und kundenindividuellen Preisen, weshalb man bisher von einem Shop-System abgesehen hat.

Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie sich bestehende Vertriebsstrukturen ideal ergänzen lassen. Natürlich ist man dadurch gezwungen historisch gewachsene Regelungen und Preisstrukturen auf den Prüfstand zu stellen. Dies sollte man aber als Chance wahrnehmen und Mut zur Veränderung haben.