Gerne unterscheidet man im eCommerce zwischen B2C und B2B. Beide Bereiche haben grundsätzlich unterschiedliche technische Anforderungen an den Betrieb einer Webseite.

Spielen bei B2C eher Produktbewertungen und ggf. Stoßzeiten der Besucher eine Rolle, möchte man im B2B Segment mehr die dortigen Belange wie einfache Bestelleingabe, konkrete Lieferzeiten oder nachträgliche Bestellübersicht kommunizieren.

Dies führt insbesondere im B2B Bereich aber auch dazu, dass das Erscheinungsbild oft distanziert, kalt und flach wirkt. „Business as usual“ eben. Der Shop als Webkatalog – ohne emotionale Bindung, am Menschen vorbei.

Dabei gibt es eine entscheidende Gemeinsamkeit: Vor dem Rechner sitzt in beiden Fällen ein Mensch, welchem Gefühle und Emotionen vertraut sind und dadurch begeisterungsfähig ist. Meist nur zu unterschiedlichen Zeiten. Während man tagsüber als Einkäufer gewerbliches Shopping „abwickelt“, lässt man sich abends auf Amazon & Co. ganz anders „mitnehmen“ und emotional „abholen“.

Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass B2B Plattformen oftmals nicht das bestmögliche Potential der Kundenbindung ausnutzen, sondern sich auf eine möglichst flache und trockene Oberfläche beschränken. Dabei geht es nicht darum, dem B2B Kunden alles möglichst bunt, mit Teasern und B2C Elementen zu präsentieren, sondern sinnvoll und zielgerichtet auch Möglichkeiten zu verwenden auf welche die Person – der Mensch – an sich auch im privaten Bereich emotional anspricht. Die Kundenansprache bleibt in beiden Fällen dieselbe, nur mit anderen Anforderungen.

Meine These ist, dass die Varianten B2C sowie B2B Kunden im eCommerce-Bereich „anzusprechen“ in der Zukunft sich weiter annähern wird.

Selbstverständlich erfordern beide Kundenbereiche von sich getrennte Schwerpunkte bei den technischen Möglichkeiten die ein Shop bietet. Gerade dies wird in verschiedenen Branchen die Herausforderung der Zukunft in einem Shopsystem beide Bedürfnisse nebeneinander oder kombiniert anzubieten.

Eine Schnellbestellfunktion oder die Anzeige von Staffelpreisen wird im B2C Bereich wahrscheinlich kaum Sinn machen. Die Anzeige von Bestsellern oder einer besonderen Aktion auch für den Businesskunden – alias Mensch – in jedem Fall schon.