Hellhörig wurde ich bei dem Blog „Das Internet ist böse, denn es macht aus guten Unternehmen schlechte“ von Konversionskraft.de und mache mir so meine Gedanken dazu.

So weit, so gut im Fazit des Blogs. Es ist also nicht das Internet, sondern der Handel selbst, der durch seine Aktivitäten im Internet schlimmstenfalls seine Markenwirkung selbst zerstört und damit sich als etabliertes Handelsunternehmen aus dem Offline-Handel in der neuen digitalen Welt selbst ins Aus schießt.

Mmmh, aha. Ein neuronales Problem. Aber meiner Meinung nach leider zu oberflächlich. Natürlich entsteht eine Markenbindung und die Reputation eines Unternehmens in unseren eigenen Köpfen. Doch ich glaube, dass das was viele Unternehmen mit ihrem „Marken“auftritt, Online-Shop und super-dupper-hochglanz Flashanimation falsch interpretieren ist „der Mensch“.

Es vergeht fast keine Woche in der ich selbst bei großen Konzernen mit „State of the Art and Technic“ – Webseiten böse böse Fallstricke und Sackgassen finde, an denen selbst ich als versierter Nutzer des WorldWideWeb nicht vorbeikomme

Früher war es die vertraute menschliche Stimme am anderen Ende Hotline beim OTTO-Versand. Heute muss man als Digital Native nehmen was man als Bestellstrecke bei einer Onlinebestellung vorgesetzt bekommt: Reizüberflutung, unklare oder fehlende Produktangaben, logische Bedienungs-Fallstricke (es könnte auch Usability heißen) und ein eigentlich nüchterner und unpersönlicher Bestellprozess, egal wie personalised das auch immer durch Big Data und eine kundengruppenspezifische Ansprache durch einen Prozessor in einem Webserver generiert wurde. Amazon ist das beste schlechteste Beispiel dafür.

Letztendlich bestehen wir und unsere Bestellung in dieser künstlich geschaffenen Emotionswelt nur aus 0-en und 1-en. Nicht mehr und nicht weniger. Doch wir kennen es doch nicht anders, sind gefangen in der digitalen Welt, recherchieren im Netz und bestellen dort auch.

Dabei hilft es uns Verbrauchern wenig, wenn sich die Unternehmen für uns weiter entfremden. Statt mit SEO und SEM Unmengen an Investitionen zu verschwenden wäre es doch sinnvoller und langfristiger von Nutzen vor der eigenen Haustüre zu kehren.