Muss ich Social Media haben? Brauche ich Produktbewertungen? Wer ist meine Zielgruppe?

Hat man im eCommerce Bereich erst einmal Fuß gefasst und liest auf den hiesigen eCommerce Webseiten mit, kann man sich recht schnell mit allerlei Tools und Gimmicks auf der eigenen Webseite überladen.

Von Facebook-Button bis Popup-Umfrage wird die eigene Zielgruppe zuweilen falsch angesprochen oder dahinterliegende Mehrwerte gar nicht weiter genutzt und ausgewertet.

In Zeiten des „information overflow“ und der massenhaft unnötigen Datensammlung kann sollte man sich manche Dinge ganz einfach sparen, Platz schaffen und die eigene Webseite verschlanken. Der Kunde wird es Ihnen danken.

Bevor Sie neue Gimmicks nutzen, die Ihnen – aber nicht dem Kunden – Mehrwerte versprechen – prüfen Sie diese und definieren Sie vorher nochmals Ihre Zielgruppe und den Nutzen der neuen Funktionen.

Braucht Ihr Kunde wirklich noch diesen weiteren Social Button neben den acht anderen? Haben Sie auf die übrigen Funktionen vorher schon einmal Statistiken erhoben, Umsätze ermittelt und diese ausgewertet? Nein?

Dann sollten den neuen Button gar nicht erst mit integrieren, sondern alle anderen zusätzlich löschen oder erst einmal Ihre Hausaufgaben machen.

Je komplizierter desto komplexer. Auch das Monitoring der ganzen zusätzlichen Tools und deren Mehrwert lässt sich nicht nur technisch messen, sondern muss auch von einem eCommerce-Manager dauerhaft und langfristig interpretiert werden.

Setzen Sie Ihre Schwerpunkte nicht bei Tools, die den Kunden überfordern, sondern in der Qualität Ihrer Produktfotos, den ausführlichen, verständlichen Produktbeschreibungen, verlässlichen Angaben der Lieferzeit und des Warenbestand. Fangen Sie an der Basis an und kehren Sie vor der eigenen Haustüre, bevor Sie zusätzliche Services um ein wackeliges Konstrukt drummherumbauen, welche dieses nicht tragen können.

Bestes Beispiel ist zum Beispiel der in den vergangenen Jahren in vielen Shops integrierte Facebook „Like-Button“ neben den Produkten. Mein Tipp. Lassen Sie es!

Nicht wegen der in unseren europäischen Breitgraden kaum genutzten Funktion oder datenschutzrechtlichen Unklarheiten – die wohl kaum ein KMU-Unternehmen wohl in Gänze durchdenkt und juristisch wirklich prüft.

… sondern einzig und allein wegen der Webseiten-Performance. Die Einbindung von externen Button-Diensten führt im Gesamten zu einer deutlichen Steigerung der Aufbauzeiten Ihrer Webseiten beim Kunden. Latenzen von mehr als 300 ms toleriert Ihr Kunde mit Kaufabbrüchen die für Sie bares Geld wären.

Eine Studie von Amazon vor einigen Jahren ergab, dass ca. 100 ms mehr an Antwortzeit bis zu 1% an Umsatz kosten. Amazon hatte hierbei die Antwortzeit künstlich erhöht. Das Schlimme daran war nicht der verlorene Mehrumsatz innerhalb der Studie. Sondern es dauerte danach mehrere Monate, dass sich die Umsätze wieder auf das ursprüngliche Normalmaß erholten, obwohl die Webseitengeschwindigkeit wieder normal schnell war.

In jedem aktuellen Shopsystem – egal ob groß oder klein – sollten 200 bis maximal 300 Millisekunden für die Antwortzeit einer Webseite absolute Übergrenze sein.

Je mehr Funktionen Sie in Ihre Webseite einbinden, desto mehr werden zusätzliche Funktionen auch von extern nachgeladen. Dies kann den Aufbau Ihrer Webseite stark verlangsamen. Der Nutzen der zusätzlichen Funktionen bleibt meist fraglich.